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http://kuechentipps.de/tipps/buecher/allgemein/topografie-der-gemengsel-und-gehaecksel.html




"Entdeckungsreise zu den Klopsen"
Dieter Froelichs strenges Kunstkochbuch
Kochen ist Kunst: Das wohl ungewöhnlichste Kochbuch der Saison hat der hannoversche Künstler Dieter Froelich vorgelegt.

Lust auf einen Plumpudding? Passt gut zu Weihnachten. Das Rezept liest sich köstlich, empfiehlt auch Whisky statt Brandy als mögliche Beigabe. Und abgebildet ist neben der detaillierten Zubereitungsanleitung ein armseliges, verbeultes Blechförmchen für den Pudding.
Das Buch des hannoverschen Kochkünstlers Dieter Froelich ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was man sonst von einem handelsüblichen Kochbuch erwartet, die zu hunderten in den Buchhandlungen liegen - und genau das macht es so reizvoll und einzigartig in der gegenwärtigen Kochbuchlandschaft. Nichts da mit appetitmachenden bunten Bildern, opulenten Rezepten, raffinierten Speisefolgen, mit denen man jeden Gast beeindrucken kann. Obwohl: Auch das geht mit diesem ungewöhnlichen Kochbuch.
Das rosafarbene Schwergewicht mit dem doch recht spröden Titel "Topografie der Gemengsel und Gehäcksel" ist Kunst und gleichzeitig eine grundsätzliche Abhandlung über Knödel, Klöße, Puddinge, Klopse, Würste, Terrinen und Pasteten - sowie über das Kochen selbst. Und über die Grundlagen des Essens, über "Geschmackssachen" und die "Archetypen des Speisens".
Man kann das Buch natürlich auch als ganz normales Kochbuch benutzen, mit ein wenig Geschick gelingen einem schon die gebackenen Topfenknödel oder auch die "Boudins blancs ordinaires" . Bitte, was soll da ordinär sein? Hinter diesem Rezept verbergen sich die gewöhnlichen Weißwürste. Und da es wirklich um die Grundlagen geht, findet sich auf Seite 312 auch das Rezept eines, nein, des Pizzarteigs in drei Varianten. Oder wie die Grundform der "Fricadelle" herzustellen ist.
Die "Topografie" eignet sich allerdings auch als pures Lesevergnügen, man begibt sich auf der Spur der gesammelten Rezepte aus fünf Jahrhunderten auf eine Entdeckungsreise durch die Grundlagenküche unseres Kontinents. Dieter Froelich ist hier der Reiseführer zu "Ballons von Kalbfleisch", "gefüllten Gänsehälsen" oder der "Wachtel Suwarow".
Und zu einer Reise über den Kontinent des Gemengsels und Gehäcksels gehört auch das richtige Kartenmaterial ("Kocherverfahren", "Namen der Gemengsel und Gehäcksel"), das sich aufwendig im Anhang findet.
Ein passendes Geschenk ebenso für Kunstbuch- wie Kochbuchsammler, Kochinteressierte und Hardcore-Kulinariker. *****

Henning Queren / Neue Presse / 18.12.2010

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"Mit seinem »Kochbuch nebst weiteren Betrachtungen über vermengte und gehackte Speisen« hat Dieter Froelich eine bibliophile Besonderheit geschaffen. Das Buch, neu erschienen im Tinto Verlag, ist eine grundsätzliche Abhandlung über Klöße, Knödel, Puddinge, Klopse, Würste, Pasteten und Terrinen - und nicht zuletzt über das Kochen selbst.
Gemengsel und Gehäcksel waren ursprünglich aus Speisenmangel und der damit einhergehenden Resteverwertung entstanden. Rund 350 Rezepte aus 97 Kochbüchern des 16. bis 20. Jahrhunderts ruft der Autor zurück ins Gedächtnis und setzt sich kritisch mit den heutigen Speisegewohnheiten und einem wenig nachhaltenden Wirtschaften auseinander.
Froelich der Plastik an der Kunstakademie in Frankfurt a. M. studiert hat, lehrt seit mehr als zehn Jahren das Kochen als Kunstgattung und veranstaltet Kochseminare und mehr, auch außerhalb des Kunst-Kontextes.
Das Kochbuch ist die Essenz all seiner »Gemengsel«."

STADTKIND / Magazin / Nov. 2010 / www.stadtkind-hannover.de

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"Ein Buch, das als Standardwerk dieser Nahrungsgattung gelten muß. Das ist kulinarische Archäologie, durchaus mit wissenschaftlichem Ernst, aber alles andere als trocken. Wer in Froelichs Gemengsel und Gehäcksel ließt, der kann erkennen, dass kochen allein völlig ausreichend ist und die Zutaten nicht immer exotisch und teuer sein müssen. Die traditionellen Rezepte, die Froelich zum Nachkochen erläutert, lenken die Aufmerksamkeit auf die Herstellung und darauf, das bewusst zu tun und vielleicht mit ein bisschen Demut."

Jörg Biesler / WDR-Kulturmagazin "Scala" / Nov. 2010


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